18. November 2009
Wir zählen nun schon – nein ich zähle keine Tage =) Die letzten beiden Wochen hat sich wieder einiges ereignet. Allerdings mehr im privaten Sektor, da Carlos grade 3 Wochen in Argentinien verbringt um einen Masterkurs in „urbania“ zu belegen. Ohne ihn fehlt hier ein wenig Dampf. Ersatz gibt es zwar, der auch nicht schlecht ist, aber ihm fehlt auf der einen Seite ein Gesamtüberblick um eine klare Richtung zu gehen, auf der anderen Seite spürt man bei ihm nicht so ein Feuer im Innern brennen wie bei jefe-tlaloc (Carlos). Nun gut ich will nicht meckern, mir geht’s hier super!
Die Woche vor der Abreise Carlos‘ war noch einiges los. Er hatte Geburtstag, es war Dia de los muertos, wir waren im DF (Distrito Federal), haben eine eher weniger gute Radiosendung hinter uns gebracht. Seinen Geburtstag haben wir gleich drei Mal gefeiert: einmal mit seinen Freunden, was eigentlich der innere Kern der Fundacion ist, das zweite Mal war dann einfach so nur mit mir und Kika im DF in ner Bar, das dritte Mal mit Somos Mundo, einer befreundeten Organisation, Kika schimpft sie gerne „Desperate Housewives“
(Es sind alles Damen mittleren Alters, etwas aufgetakelt und ein wenig kitschig, gut nicht alle aber viele =D. Eine sieht aus wie Celine Dion, hat die selbe Frisur und ein ähnliches Gesicht, sie ist allerdings völlig in Ordnung =) )
Die Feier mit den Desparetes haben wir in einer Tempelanlage mit alten Pyramiden begonnen und in dem dazugehörigen Dorf das bekannt ist für sowas wie „Ananas-Wein“ mit Rum oder so ausklingen lassen. War ein schöner Tag! Das Dorf heißt übrigens Tenango, die Ruinenstätte Teotenango. Hab leider keine Fotos, allerdings hat Kika welche hochgeladen:
http://friedel-mexiko.blogspot.com/2009/11/mexico-citydia-de-los-muertostoluca.html
Das DF war auch recht spannend, wir waren zuerst in Coayacan, ich weiß nicht, ist vielleicht sowas wie das Vauban von MexicoCity. Viel Grün, etwas alternativ, künstlerisch. In diesem Stadtteil haben Diego Rivera und Frida Kahlo gelebt.
Abends waren wir dann noch im Stadtzentrum, in einem Restaurant namens „La Opera“, weil man früher nach der Oper darein gegangen ist. Eine relativ dunkel gehaltene Örtlichkeit wo man den Prunk vergangener Tage noch spüren kann, mit Essnieschen, viel Stuck an der Decke, verzierten Lampen, hohen Spiegeln… Heute steht in der einen Ecke ein Fernseher auf dem Fussball lief, schade. Das besondere an diesem Lokal ist aber, dass hier Mexikanische Geschichte geschrieben wurde. Pancho Villa, ein Zapatist hat hier in die Decke geschossen, das Einschussloch ist noch zu sehn.
Die Woche dann bis zur Abreise von Carlos ist wie im Flug vergangen, mit Reunionen, Radio und der Communidad, kann mich schon gar nicht mehr richtig erinnern was da noch alles los war. Nur eins fällt mir noch ein: Wir haben die Ocoxal(Pienenblattkörbe)-Produkte der Otomis in einem Restaurant mit Kärtchen und Infos über das Produkt versehen. Sind ganz hübsche Sachen, dürfte die Damen vielleicht interessieren, ich werde bei Gelegenheit mal ein Bild machen.
Ende dieser Woche dann, Sonntag der 8., war geplant eine Klettertour mit einem hier ansässigen jungen Kletterer zu machen. Aufgrund schlechter Kommunikation und weil wir davon ausgingen, dass sie ganz nach mexikanischer Manier „etwas“ später kommen um uns abzuholen, hat das leider nicht geklappt. Trotzdem haben wir unseren Tag ganz gut rum gebracht: Auf dem Hauptplatz Tolucas, dem Zocalo, war zufälligerweise an diesem Tag eine Parade von „Kindersoldaten/innen“. Manchmal war das echt zum piepen, halbstarke 17jährige im Stechschritt vor einer immer kleiner werdenden Reihe. Und wenn der kleinste dann hinten, dem seine Uniform meilenweit zu groß war nicht im Schritt lief, was ja mit seinen kleinen Beinen gar nicht geht hat sich der Herr General 17 bemüht höchst akkurat, militärisch und befehlshaberisch den kleinen zurecht zuweisen. Dieser lies sich nicht sonderlich beeindrucken und ging einfach weiter schlappend seiner Weges der Kolonne hinterher. Dschungelbuch sag ich da nur.
Ein weiterer Zufall bei der Erkundung der Stadt war dann, dass es in der UAEM (Universidad autonomia del estado de México) so etwas wie einen Songcontest gab. Zuerst zuviel Schnulze, dann zuviel Metal, allerdings gefiel es uns dort so gut, dass wir uns bis 7 Uhr abends dort aufhielten, also etwa 5 Stunden. Dort eine junge Dame kennengelernt, sie um eine nette Bar in der Nähe gebeten und schwups saßen wir am Tisch von Ray und Leticia
. Die Dame hatte nicht sonderlich Lust etwas zu trinken und ist gleich wieder gegangen, aber Ray und Leticia^^ Ray ein Texaner mit Mexikanischen Wurzeln, der auf die Frage antwortet warum er in Toluca sei: „because i’m stupid, and i met this wonderful woman!“. Nach dem ersten Getränk war Ray plötzlich weg und Leticia bat uns ebenfalls plötzlich ans Fenster zu treten. Ray hatte für seine Dame Mariachis geordert und sang leidenschaftlich mit. Ein Bild für Götter..
Da die Bar schließen wollte – um 8 Uhr abends, sonntags – luden uns die beiden zu sich nach Haus ein. Angekommen sind wir nicht.. zu Fuss nach Hause kamen wir an einem Haus vorbei, aus dem Salsamusik drang und ich meinte dann „Me gusta este musica“ worauf Ray es sich nicht nehmen ließ uns da rein zu mogeln. Der Eintritt hätte etwa 4€ gekostet, aber wir wollten nur mal sehen obs uns gefällt.. Ein großer Raum, Parkettboden und bestimmt 50 Paare am Salsa tanzen, auf der Empore die Band. Was mich an diesem Abend am meisten beglückte war mein erste spontaner Auftritt mit einer Salsaband aus Mexico. Das war super!
- Ich sollte mir überlegen regelmäßiger zu schreiben, so dass es nicht immer so viel zu erzählen gibt – hab schon wieder keine Lust mehr ..
Die erste Woche dann ohne Carlos verlief ohne größere Komplikationen, nur dass wir eben nicht so „voran“ kamen. Wir machten unser Radioprogramm, richteten endlich unsere Arbeitsplätze im Büro ein und fuhren in die Communidad, normale Woche.
Donnerstagnacht gings dann aber für mich und Kika an den Strand, in die Sonne nach Veracruz. Da unser Bus aber erst in der Nacht fuhr, hatten wir noch Zeit im DF zu verbringen, wir hatten wieder einmal Glück und es gab eine Veranstaltung auf dem Zocalo. Riesig!!! Der Ganze Palacio del Gobierno wurde für eine einzige Leinwandprojektion benutzt. Unbeschreiblich, die Fassade ist ungefähr 200 Meter lang und 20 Meter hoch! Bilder –
Für Veracruz hatte uns Kika Schlafplätze via CouchSurfing besorgt und dieser Gastgeber stellte sich als wahrer Glückstreffer heraus. Als wir Freitag ankamen, schliefen unsere Vormieter noch, 2 Jungs aus Ohio, die eine Motorradtour nach Brasilien machen. Ihre Homepage :
Wir machten uns auf an den Strand und abends warn wir mit Juan, dem Gastgeber, ein wenig Fiesta machen.. Am nächsten Tag bekamen wir von Juans Mutter Frühstück serviert, was eigentlich nicht Inhalt des CS Programs ist J Allerdings wars sehr sehr lecker. Juan und seine Ma haben dann noch einiges mit uns unternommen, wir waren in La Antigua, der Ort an dem Hernan Cortes lebte, auf San Juan Ulua und im Stadtzentrum von Veracruz. An diesem Wochenende haben wir noch einen anderen netten CouchSurfer kennengelernt, er stammt ursprünglich aus Brasilien lebt aber grade in MexCity. Sonntag 29. Gehen wir wahrscheinlich mit ihm nach Teohutihuacan. Einer größten Pyramidenanlagen Mexicos.
War ein super Wochenende!
Diesen Montag hatte ich noch meine erste Probe mit dem hiesigen Jugendorchester, und diesen Sonntag ist das Konzert!! =) Trompeten einfach auf der ganzen Welt Witzbolde..
Übrigens der Podacst von unserem Radio:











































































































