18. November 2009

Wir zählen nun schon  – nein ich zähle keine Tage =) Die letzten beiden Wochen hat sich wieder einiges ereignet. Allerdings mehr im privaten Sektor, da Carlos grade 3 Wochen in Argentinien verbringt um einen Masterkurs in „urbania“ zu belegen. Ohne ihn fehlt hier ein wenig Dampf. Ersatz gibt es zwar, der auch nicht schlecht ist, aber ihm fehlt auf der einen Seite ein Gesamtüberblick um eine klare Richtung zu gehen, auf der anderen Seite spürt man bei ihm nicht so ein Feuer im Innern brennen wie bei jefe-tlaloc (Carlos). Nun gut ich will nicht meckern, mir geht’s hier super!

Die Woche vor der Abreise Carlos‘ war noch einiges los. Er hatte Geburtstag, es war Dia de los muertos, wir waren im DF (Distrito Federal), haben eine eher weniger gute Radiosendung hinter uns gebracht. Seinen Geburtstag haben wir gleich drei Mal gefeiert: einmal mit seinen Freunden, was eigentlich der innere Kern der Fundacion ist, das zweite Mal war dann einfach so nur mit mir und Kika im DF in ner Bar, das dritte Mal mit Somos Mundo, einer befreundeten Organisation, Kika schimpft sie gerne „Desperate Housewives“ :D (Es sind alles Damen mittleren Alters, etwas aufgetakelt und ein wenig kitschig, gut nicht alle aber viele =D. Eine sieht aus wie Celine Dion, hat die selbe Frisur und ein ähnliches Gesicht, sie ist allerdings völlig in Ordnung =) )

Die Feier mit den Desparetes haben wir in einer Tempelanlage mit alten Pyramiden begonnen und in dem dazugehörigen Dorf das bekannt ist für sowas wie „Ananas-Wein“ mit Rum oder so ausklingen lassen. War ein schöner Tag! Das Dorf heißt übrigens Tenango, die Ruinenstätte Teotenango. Hab leider keine Fotos, allerdings hat Kika welche hochgeladen:

http://friedel-mexiko.blogspot.com/2009/11/mexico-citydia-de-los-muertostoluca.html

Das DF war auch recht spannend, wir waren zuerst in Coayacan, ich weiß nicht, ist vielleicht sowas wie das Vauban von MexicoCity. Viel Grün, etwas alternativ, künstlerisch. In diesem Stadtteil haben Diego Rivera und Frida Kahlo gelebt.

Abends waren wir dann noch im Stadtzentrum, in einem Restaurant namens „La Opera“, weil man früher nach der Oper darein gegangen ist. Eine relativ dunkel gehaltene Örtlichkeit wo man den Prunk vergangener Tage noch spüren kann, mit Essnieschen, viel Stuck an der Decke, verzierten Lampen, hohen Spiegeln… Heute steht in der einen Ecke ein Fernseher auf dem Fussball lief, schade. Das besondere an diesem Lokal ist aber, dass hier Mexikanische Geschichte geschrieben wurde. Pancho Villa, ein Zapatist hat hier in die Decke geschossen, das Einschussloch ist noch zu sehn.

Die Woche dann bis zur Abreise von Carlos ist wie im Flug vergangen, mit Reunionen, Radio und der Communidad, kann mich schon gar nicht mehr richtig erinnern was da noch alles los war. Nur eins fällt mir noch ein: Wir haben die Ocoxal(Pienenblattkörbe)-Produkte der Otomis in einem Restaurant mit Kärtchen und Infos über das Produkt versehen. Sind ganz hübsche Sachen, dürfte die Damen vielleicht interessieren, ich werde bei Gelegenheit mal ein Bild machen.

Ende dieser Woche dann, Sonntag der 8., war geplant eine Klettertour mit einem hier ansässigen jungen Kletterer zu machen. Aufgrund schlechter Kommunikation und weil wir davon ausgingen, dass sie ganz nach mexikanischer Manier „etwas“ später kommen um uns abzuholen, hat das leider nicht geklappt. Trotzdem haben wir unseren Tag ganz gut rum gebracht: Auf dem Hauptplatz Tolucas, dem Zocalo, war zufälligerweise an diesem Tag eine Parade von „Kindersoldaten/innen“. Manchmal war das echt zum piepen, halbstarke 17jährige im Stechschritt vor einer immer kleiner werdenden Reihe. Und wenn der kleinste dann hinten, dem seine Uniform meilenweit zu groß war nicht im Schritt lief, was ja mit seinen kleinen Beinen gar nicht geht hat sich der Herr General 17 bemüht höchst akkurat, militärisch und befehlshaberisch den kleinen zurecht zuweisen. Dieser lies sich nicht sonderlich beeindrucken und ging einfach weiter schlappend seiner Weges der Kolonne hinterher. Dschungelbuch sag ich da nur. :D

Ein weiterer Zufall bei der Erkundung der Stadt war dann, dass es in der UAEM (Universidad autonomia del estado de México) so etwas wie einen Songcontest gab. Zuerst zuviel Schnulze, dann zuviel Metal, allerdings gefiel es uns dort so gut, dass wir uns bis 7 Uhr abends dort aufhielten, also etwa 5 Stunden. Dort eine junge Dame kennengelernt, sie um eine nette Bar in der Nähe gebeten und schwups saßen wir am Tisch von Ray und Leticia :D . Die Dame hatte nicht sonderlich Lust etwas zu trinken und ist gleich wieder gegangen, aber Ray und Leticia^^ Ray ein Texaner mit Mexikanischen Wurzeln, der auf die Frage antwortet warum er in Toluca sei: „because i’m stupid, and i met this wonderful woman!“. Nach dem ersten Getränk war Ray plötzlich weg und Leticia bat uns ebenfalls plötzlich ans Fenster zu treten. Ray hatte für seine Dame Mariachis geordert und sang leidenschaftlich mit. Ein Bild für Götter..

Da die Bar schließen wollte – um 8 Uhr abends, sonntags – luden uns die beiden zu sich nach Haus ein. Angekommen sind wir nicht.. zu Fuss nach Hause kamen wir an einem Haus vorbei, aus dem Salsamusik drang und ich meinte dann „Me gusta este musica“ worauf Ray es sich nicht nehmen ließ uns da rein zu mogeln. Der Eintritt hätte etwa 4€ gekostet, aber wir wollten nur mal sehen obs uns gefällt.. Ein großer Raum, Parkettboden und bestimmt 50 Paare am Salsa tanzen, auf der Empore die Band. Was mich an diesem Abend am meisten beglückte war mein erste spontaner Auftritt mit einer Salsaband aus Mexico. Das war super!

- Ich sollte mir überlegen regelmäßiger zu schreiben, so dass es nicht immer so viel zu erzählen gibt – hab schon wieder keine Lust mehr ..

Die erste Woche dann ohne Carlos verlief ohne größere Komplikationen, nur dass wir eben nicht so „voran“ kamen. Wir machten unser Radioprogramm, richteten endlich unsere Arbeitsplätze im Büro ein und fuhren in die Communidad, normale Woche.

Donnerstagnacht gings dann aber für mich und Kika an den Strand, in die Sonne nach Veracruz. Da unser Bus aber erst in der Nacht fuhr, hatten wir noch Zeit im DF zu verbringen, wir hatten wieder einmal Glück und es gab eine Veranstaltung auf dem Zocalo. Riesig!!! Der Ganze Palacio del Gobierno wurde für eine einzige Leinwandprojektion benutzt. Unbeschreiblich, die Fassade ist ungefähr 200 Meter lang und 20 Meter hoch! Bilder –

Für Veracruz hatte uns Kika Schlafplätze via CouchSurfing besorgt und dieser Gastgeber stellte sich als wahrer Glückstreffer heraus. Als wir Freitag ankamen, schliefen unsere Vormieter noch, 2 Jungs aus Ohio, die eine Motorradtour nach Brasilien machen. Ihre Homepage :

http://miles4miracles.org/

Wir machten uns auf an den Strand und abends warn wir mit Juan, dem Gastgeber, ein wenig Fiesta machen.. Am nächsten Tag bekamen wir von Juans Mutter Frühstück serviert, was eigentlich nicht Inhalt des CS Programs ist J Allerdings wars sehr sehr lecker. Juan und seine Ma haben dann noch einiges mit uns unternommen, wir waren in La Antigua, der Ort an dem Hernan Cortes lebte, auf San Juan Ulua und im Stadtzentrum von Veracruz. An diesem Wochenende haben wir noch einen anderen netten CouchSurfer kennengelernt, er stammt ursprünglich aus Brasilien lebt aber grade in MexCity. Sonntag 29. Gehen wir wahrscheinlich mit ihm nach Teohutihuacan. Einer größten Pyramidenanlagen Mexicos.

War ein super Wochenende!

Diesen Montag hatte ich noch meine erste Probe mit dem hiesigen Jugendorchester, und diesen Sonntag ist das Konzert!! =) Trompeten einfach auf der ganzen Welt Witzbolde.. :D

Übrigens der Podacst von unserem Radio:

www.inspachimex.de/podcast

Müllfabrik 2

Müllfabrik 2

Müllfabrik 3

Müllfabrik 3

SuperKarre

SuperKarre

Müllfabrik 5

Müllfabrik 5

Müllfabrik 7

Müllfabrik 7

Recyclingfabrik 9

Recyclingfabrik 9

Recyclingfabrik 11

Recyclingfabrik 11

Das sind ichs :D

Das sind ichs :D

Chloe

Chloe

Kika und Carlos in der Metro

Kika und Carlos in der Metro

 

Wo sind wir denn?

Wo sind wir denn?

Haus von Frida Kahlo

Haus von Frida Kahlo

Der Garten von Frida

Der Garten von Frida

Ihre Küche

Ihre Küche

So braun wie die sind, muss große Leidenschaft sein

So braun wie die sind, muss große Leidenschaft sein

Ray y sus Mariachis

Ray y sus Mariachis

Ray y sus Mariachis2

Ray y sus Mariachis2

Salsaband

Salsaband

Yeah

Yeah

Ray Leticia und ich

Ray Leticia und ich

Ray und Leti

Ray und Leti

la trompeta

la trompeta

1. November 2009

So, ich habe nun schon länger nichts mehr von mir hören lassen. Will mal wieder ein wenig Bericht erstatten.

Kika und ich sind nun schon seit zwei Wochen gut in Toluca angekommen. Unsere Arbeit läuft also schon zwei Wochen und Carlos (unser Chef) ist ein wirklich sehr netter Kerl! Engagiert und kompetent und naja ein Mensch der für seine Arbeit lebt und für den seine Arbeit lebt. Man kann sich hier davon überzeugen:

http://www.youtube.com/watch?v=LBzgn4sdYRU

Das in dem Video erwähnte „México a debate“ ist ein mexikoweites Forum das nach einer Richtung sucht, in die die Bürger Mexikos gehen möchten, natürlich unter Einbezug dieser. In jedem Bundesstaat (insgesamt 32) werden Diskussionen abgehalten um ein „Leitbild“ zu entwickeln. Alle diese Zwischenergebnisse werden dann auf einem übergeordneten Forum zu einem „Gesamtpapier“ zusammengestellt, das dann der Regierung vorgelegt werden soll. Die Fundación Tláloc, wo ich arbeite, organisiert das Forum für den Bundesstaat Mexico (Hauptstadt ist Toluca). Geplantes Datum ist der 14. Januar, ich denke das wird sehr sehr interessant.

Ja vielleicht sollte ich dann in etwa meine Tätigkeiten hier schildern – jetzt ist grad der Strom ausgefallen, das zweite Mal dass ich das hier erlebe. Das erste Mal wurde neben unserem Büro ein Baum gefällt, der dann die Stromleitungen umgerissen hat – oh wieder da. :D

Zu meinen Tätigkeiten:

Am ersten Montag bspw. haben wir uns in einem Supermarkt (SuperKompras) getroffen, um mit einem Plakat mit nem Müllberg die Leute zu überreden keine Einmalplastiktüten zu verwenden. Hier sind diese Tüten kostenlos und es gibt Einpacker die automatisch alle Einkäufe in die Plastiktüten packen. Unser Beispiel einer wiederverwertbaren Tasche stammt aus einem anderen Projekt der Fundación. Am Rande des Valle de Toluca (TolucaTal) gibt es eine Otomígemeinde mit der wir zusammenarbeiten (Otomíes ist die Eingeborenenethnie hier). Diese Otomígemeinde hat Carlos, also die Fundación Tláloc, darum gebeten, ihnen bei einer nachhaltigen Entwicklung und Verbesserung ihres Lebens zu helfen und zwar mithilfe der Ressourcen die sie besitzen (hier in dem Fall Nähen). Ein Projekt sind die Plasiktüten, sie werden von den Frauen aus altern Zuckersäcken von SuperKompras genäht. Diese Tüten sind also quasi 3fach toll, vermeiden 1mal Plastiktüten, bei der Herstellung wird „Abfall“ verwendet und man hilft durch den Erwerb einer solchen Tüte eben dieser Eingeborenengemeinde. Wir als Fundación versuchen einerseits zwischen schon bestehenden gesellschaftlichen Initiativen Verbindungen aufzubauen andererseits sind wir selbst so eine Initiative mit eigenen Projekten. Zum Beispiel haben wir als Fundación einen 10 Punkteplan zu einem nachhaltigeren Mexico aufgestellt, verteilen diesen, sammeln Unterschriften dafür (von Firmen und Privatpersonen). Hier der Link zur Fundacion (leider nur Spanisch): http://www.fundaciontlaloc.org/

Naja was ich genau mache ist schwer zu sagen, in allen Bereichen der Fundación ein wenig mithelfen. Zum Beispiel nehme ich unsere wöchentliche Radiosendung auf um einen Podcast einzurichten, oder ich gehe mit Kika auf die Suche nach Orten und Geschäften in denen wir unseren Dekalog ausstellen dürfen oder können. Viele, viele andere Aktivitäten und einfach Mitreden.

Meine Familie hier ist wirklich super nett, meine Gastmutter ist quasi 2. Chef und eigentlich den ganzen Tag mit unterwegs. Hab zwei Geschwister hier, nen Jungen mit etwa 6 Jahren und n Mädchen mit 11. Mein Gastvater ist geschäftsmäßig viel unterwegs und war die letzten 2 Wochen eigentlich nur am Wochenende zuhause, unter der Woche war er meistens in der FedEx Zentrale in Miami. Laut Fanny, meiner Gastmutter, hat er Ambitionen auf den Vizechef von FedEx Mexico. Dementsprechend ist es nicht grade Unterschicht, was für mich aber nicht unbedingt von Nachteil ist, alle hier sprechen zum Beispiel fließend Spanisch, Englisch und Französisch. Meine Gastmutter versteht sogar etwas deutsch.. das ist manchmal auch ein wenig blöd :D

Mein Haus steht übrigens hier:

http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=toluca&sll=20.245448,-98.028259&sspn=0.604277,1.234589&ie=UTF8&hq=&hnear=Toluca,+Mexiko&ll=19.260217,-99.572958&spn=0.000594,0.001206&t=h&z=20

Die Ereignisse die mir bisher hier am besten gefallen haben, war ein Vortrag der schwedischen Botschafterin im Museum Bellas Artes. Das war wirklich sehr interessant, Thema war „Die schwedische EU-Präsidentschaft und ihre Ziele in den Beziehungen mit Mexico“. Vielen vielen Dank an Herrn Wierer an dieser Stelle für den G- und GK-Unterricht.

Das andere was mir sehr gut gefallen hat war der Ausflug zum Nevado de Toluca!! Diese Landschaft ist bombastisch! Man kann davon nur schwärmen!!!!! Mit dem Auto nur ne halbe Stunde von Toluca, wenn man nicht in ein Schlagloch fährt :D

Liebe Grüße an alle!

 

13 Tage

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Die Zeit ist wie im Flug vergangen! Die zweite Woche Sprachkurs hier in Cholula ist morgen schon vorbei… ich bin darüber, um ehrlich zu sein, nicht traurig. Es kommen jetzt gegen Ende doch wieder Gefühle hoch, die ich in den letzten Monaten meiner Schullaufbahn versucht hatte zu verdrängen. =D Die Grammatik haben wir durch, jetzt also üben, üben, üben. Wenn man es sich bewusst macht, dass man in einem anderen Land ist, seit erst zwei Wochen, und die Sprache hier „spricht“, ist nicht daran zu rütteln: Wow, ein erhebendes Gefühl. Leider macht man sich das nicht immer bewusst… Man wird hier des Öfteren auf Geduld getestet und ertappt sich dabei einfach „Si“ zu sagen obwohl man nicht

verstanden hat. Führt unweigerlich zu Missverständnissen.

Sonst geht’s mir eigentlich super hier, hab gestern ein wenig meinen Gastbrüdern geholfen sich nach China durch zu buddeln, ich hatte damit selbst ja ein wenig Erfahrung.

Letzten Freitag war ich mit einem Teil der anderen Freiwilligen am Camino Real, die Bar und Party Meile hier. Stephan konnte leider nicht, also war ich nur mit Frauen unterwegs. Die sechs Damen stellten sich den Abend allerdings anders

vor als ich, so fand ich mich nach dem kurzen Besuch einer Bar hauptsächlich in Diskos wieder. Zum Glück gab es Sitzecken und man bekam zu dem bezahlten Bier noch einmal dieselbe Menge dazu geschenkt. So hab ich also meine Zeit gefristet diesen Abend, und war daher umso überraschter als ich das Ergebnis des Abends bewundern durfte. S

agen wir so: die Erfolgsquote der Mexikaner lag bei etwa 66%. Nach meinen Maßstäben kein schlechtes Ergebnis.

Den Abend drauf hat mich meine Familie zu nem „Baby Shower“ mitgenommen. Ich weiß nicht, ein Fest für eine Frau die ein Kind erwartet. Wir haben massenhaft Süßigkeiten mitgebracht und Luftballons, die mich an übergroße Furzkissen aus der MickyMaus erinnerten. Da dieses Fest eigentlich nur vom weiblichen Teil der Familie besucht wird, kam ich an diesem Abend mit dem Freund meiner Gastmutter ins Gespräch. Er interessiert sich sehr für die deutschen Autos und für Computer. Allerdings ist es immer noch recht anstrengend sich mit ihm zu unterhalten, er nuschelt und schaut meistens nach unten wenn er redet, seine Lippen kann man also auch nicht sehen. Naja trotzdem, er ist ne

wirklich gute Seele.

Am Sonntag war ich dann nochmal an, in und auf der scheinbar breitesten Pyramide der Welt. Leider ist von ihr nicht allzuviel zu sehen, da sie vollkommen überwachsen ist (was sie bereits zu aztekischen Zeiten war). Beeindruckend waren jedoch vor allem die vielen Tunnelsysteme innerhalb der Pyramide sowie die kleine Kirche, die die Spanier (wohl mehr oder weniger unwissend) auf das Heiligtum der Olmeken gesetzt hatten.

M

ontagmorgen hörten wir bei Gabi Zuhause einen Vortrag über Rassismus in Mexico. Sehr interessant, vor allem da sich Mexico nach außen also nichtrassistisch gibt. Mit der Begründung, dass es in der mexikanischen Gesellschaft so viele unterschiedliche Rassen und Ethnien gebe, dass durch die vorherrschende Vielfalt so etwas wie Rassismus völlig ausgeschlossen sei. Ebenso wird das in den Schulen vermittelt oder eben gar nicht darüber gesprochen, außerdem gibt es innerhalt der Gesellschaft wenig Interesse an diesem Thema, geschweige denn eine Sensibilität. So berichtete unser Referent, Professor einer Uni in Puebla, dass seine angebotenen Kurse über solche Themen von maximal fünf Studenten besucht werden, es gab sogar Kurse in die sich nur ein Student einschrieb. Tatsächlich aber liege rassistisch

motivierte Deklassierung oder Degradierung an der Tagesordnung. So gab es Umfragen in Universitäten welche Eigenschaften sie mit einem Menschen weißer Hautfarbe assoziieren und welche mit Menschen dunklerer Natur. Mit weißer Hautfarbe werden angeblich eher Eigenschaften wie körperliche Grüße, Intelligenz, Freundlichkeit, Ehrlichkeit assoziiert. Mit dunkler Haut verbinde man hingegen eher: klein, etwas dicklich, dümmlich, sogar betrügerisch. Auf die selben Resultate stieß man bei einer ähnlichen Umfrage in Kindergärten, man ließ die Kinder Geschichten mit verschieden Rassen schreiben. Ebenfalls sollen die Kinder den „verschiedenfarbigen“ Figuren die genannten Eigenschaften zugewiesen haben. Ich selbst habe davon noch nicht so viel bemerkt, jedoch fällt auf, dass in höheren

Posten in Politik und Wirtschaft meistens „hellere“ Menschen zu finden sind. Oder dass das Schönheitsideal im Fernsehen, selbst bei mexikanisch produzierten Filmen meist weiß ist.

Ebenso interessant ist Mexikos Geschichte, die Staatsgründung mit fehlendem Staatsmodell und fehlenden Gemeinsamkeiten zur Bildung einer Nation wie man sie damals von Europa kannte. Man fasst also den Plan die Gesellschaft „gleich“ zu machen und „importierte“ tatsächlich weiße um die Gesellschaft „weiß“ zu machen. Ebenfalls hatte man vor gemeinsame kulturelle Grundlagen für eine Nation nach europäischem Sinne zu schaffen. Faszinierend

ist auch, dass die eigentliche Unabhängigkeitsbewegung Mexikos nicht von den Indigenen initiiert wurde, sondern von den hier in zweiter oder dritter Generation lebenden Spaniern, denen weniger Rechte zugesprochen wurden also „richtigen“ Spaniern.

Vielleicht ein andermal mehr dazu.. :D

Der Rest der Woche verlief eigentlich alltäglich: Aufstehn, 5h Sprachkurs, Kaffeetrinken oder sonstwas, Essen, schlafen.

Am Samstag werden Kika und ich nach Toluca aufbrechen, ich bin gespannt was uns erwartet. Im Moment ist das alles

noch etwas weit entfernt. Die Vorstellung in vier Tagen mit der Arbeit anzufangen, naja, ich kann mir kein wirkliches Bild machen. Auch von der Gastfamilie in der ich dann letztlich leben werde weiß ich noch nicht mehr…

Liebe Grüße an alle!

Lukas

Ps. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :P

Samstag, 3. Oktober 2009

Ich bin in MEXICO!!!!!!! Unser Flug verlief bis auf einige Turbulenzen eigentlich ruhig, ich hatte freundliche Sitznachbarn. Links den Oliver, 21, aus Wien, der hier in Mexico 3 Monate Surf-Urlaub machen möchte und mit dem Gedanken spielt sich hier ansässig zu machen. Rechts saß ein anfangs sehr schweigsamer Arzt aus MexikoStadt, der mich aber dann gegen Ende des Fluges durch meinen Lonelyplanet Reiseführer geführt hat.

Nach dem Flug mussten wir noch zwei  Stunden Bus bis zum ersten Zielort, Puebla, fahren. Dabei mussten wir über eine kleine Bergkette und hatten bei Nacht Sicht auf Mexiko City. Diese Stadt ist gigantisch, das Lichtermeer nimmt kein Ende und zwar in keine Richtung! Als wir in Puebla ankamen war es nach Deutscher Zeit 7 Uhr morgens, in Mexiko Mitternacht.

Flughafen Mexico City

Bis auf ich wurden alle von ihren Gastfamilien abgeholt, allerdings waren die Gastfamilien am Busbahnhof alle ein wenig  nüchtern, fand ich. Anders meine Familie zu der ich dann von Gabi (unserer Ansprechpartnerin) hingefahren wurde. Ich wohne hier in Cholula, ein Vorort von Puebla, in einer „guardia“. Das ist eine Straße die nur einen Zugang hat und dieser ist durch ein Tor gesichert, das ganze „Viertel“ ist zusätzlich umzäunt, so dass hier niemand unbefugt Zutritt haben kann. Ein komisches Gefühl… ich weiß auch noch nicht wie ich das Tor öffnen kann.

Meine Familie ist bisher jedenfalls super, die beiden Kinder, Emanuel und Mariano, sind total lustig drauf. Meine Gastmama ist auch total nett und kann ganz gut kochen J. Wie ich heute erfahren habe, isst man in Mexiko normalerweise viermal am Tag. Desaynuna – Frühstück morgens um 7, abuerzo?? – warmes Essen zwischen 11 und 13 Uhr, comida – warmes Mittagessen etwa gegen 3, cena – Abendessen gegen 8.  Mein Gastmutter-Freund redet viel zu schnell für mich, außerdem ist er Informatiker.

Meine Gastbrueder

Meine Gastfamilie

In dieser Familie bleibe ich nur 2 Wochen, solange habe ich hier in Cholula Spanischkurse. Nach zwei Wochen dann ziehe ich mit Friederike nach Toluca an unser eigentliches Ziel um. Von der Familie in Toluca weiß ich leider immer noch nichts,…

Der Plan für heute ist: Hier in Cholula gibt es wohl eine alte Pyramide von den Eingeborenen, die werden wir heute anschauen. Danach  wollen sie mir den Weg zu meiner Sprachschule zeigen.. den Rest hab ich nicht verstanden.

Der legendaere Popcatepetl

Verrueckte Mexicaner

Ich fühl mich eigentlich ganz wohl hier, das Haus ist irgendwie sehr heimelig. Nur scheint es mir, dass so ziemlich alle Nachbarn hier Hunde haben. Als wir gestern Nacht hier ankamen wurden wir mit einem ordentlichen Kleffkonzert empfangen. Internet hat die Familie leider nicht, aber als ich sie drauf angesprochen habe sind sie gleich zu den Nachbarn gerannt und haben nach dem WLankey gefragt – bisher hats allerdings nicht funktioniert. Mein Spanisch.. ich bin überrascht: Ich hab schon über Politik, Wirtschaft, Essen, meine Familie und über Technik mit dem GastmutterFreund (von nun an Alberto) geredet! J Super!! Dass ich jetzt ein Jahr hier in Mexiko bin, ich weiß nich… das hab ich immer noch nicht realisiert.

Irgendwas tolles leckeres zu Essen mit vergessenem Namen..

Am Montag geht’s also mit dem Spanischkurs los, morgen unternehmen wir nochmal was mit der Familie, keine Ahnung was. =)

Hallo liebe Blogbesucher,
ich war hier bisher noch nicht wirklich aktiv, aber möchte das nun etwas ändern!
Gestern habe ich mit meinem Spenderkreis begonnen und bin über den bisherigen Verlauf sehr zufrieden, es hat mich überrascht wie viel Unterstützung mir Menschen geben, mit denen ich selbst eigentlich wenig zu tun habe. Das ist ein sehr erfreuliches Gefühl, ich hoffe allerdings man erwartet nicht zuviel von mir.
Für meinen Visumsantrag, den ich schon längst hätte abschicken sollen, habe ich heute noch Bilder gemacht und die restlichen Formalien erledigt so dass ich ihn morgen hoffentlich abschicken kann. Hoffentlich ist das Mexikanische Konsulat etwas schneller bei der Arbeit als es einen Fürchten lässt. Von vier Wochen zwischen Antragseingang und eventueller Bestätigung ist die Rede, das wäre von Morgen aus gerechnet etwa vier Tage vor meinem Abflug. Hoffentlich klappt das noch!